Steirisches Vulkanland - Archäologie

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  05 Hügelgräberfeld ‚Hofwald’
(Ortsgemeinde Gniebing-Weißenbach,
Katastralgemeinde Gniebing)
     

Öffnungszeiten:
Das Hügelgräberfeld ‚Hofwald’ kann ganzjährig besichtigt werden

Kontakt, Anfragen:


Anfahrt:
Von Feldbach auf der B 68 Richtung Westen nach Gniebing. Dort dem Wegweiser ‚Gniebing-Berg’ folgend nach rechts abbiegen und ca. 1 km bergauf. Dann bei der Weggabelung nach rechts (Tafel: Gniebing 232, 10) und weitere ca. 1,5 km auf schmaler Asphaltstraße bis zu einem großen, von Obstplantagen umgebenen Gehöft. Dort der Tafel ‚Auf den Spuren der Vulkane’ (bzw. ‚Post Funkturm’) folgend in den Wald, wo das Gräberfeld (nach ca. 200 m) auf einer kleinen Kuppe liegt.


GPS-Koordinaten:
N 46.964167 –
E 15.874833

So finden Sie
das Hügelgräberfeld

Etwa einen Kilometer nordöstlich des Ortes Gniebing liegt auf einem Bergkamm das kleine Hügelgräberfeld ‚Hofwald’, wobei diese topographische Lage – auf einem mäßig breiten Bergrücken fast 100 m über dem Talboden der Raab – für Hügelgräberfelder in dieser Gegend eher ungewöhnlich ist. Der Höhenzug, der im Westen vom Hinterberg ausgeht und über den Feigelberg weiterzieht, endet gegen den Auersberg als Sporn aus Basalttuff (Steinbruch) an der Einmündung des Auersbachtales in das Raabtal.
Von den ursprünglich mehr als 20 Hügeln sind heute nur mehr 13 erkennbar, wobei auch von diesen – da z. T. sehr flach – nicht alle sicher als Grabhügel zu identifizieren sind. Die größten Hügel erreichen noch knapp 2 m Höhe bei einem Durchmesser bis zu 12 m. Mehrere Tumuli wurden durch den Ausbau eines hier vorbei führenden Güterweges planiert, andere z. T. angeschnitten. Da aber auch die noch intakten Grabhügel bald Spuren von Raubgrabungen aufwiesen (angelegt nach der sog. ‚Trichtermethode’ in Form senkrechter Kamine!), entschloss man sich von Seiten des Landesmuseums Joanneum in den Jahren 1983-1985 zu Notgrabungen (Grabungsleitung Diether Kramer). Insgesamt konnten drei Hügel untersucht werden, wobei sich freilich nur noch ein einziger (Hügel ‚M’) als ungestört erwies, der dafür aber eine reiche hallstattzeitliche Grabausstattung aufwies: Ingesamt nicht weniger als sechs Kegelhalsgefäße (wobei in zweien noch je eine kleine Henkeltasse deponiert war), zwei Einzugsrandschalen und zwei Schüsseln mit breitem Bandhenkel sowie, als Unikat, eine weitere Einzugsschale auf vier anthropomorphen (menschlichen) Füßchen. An Metallfunden wies die Zentralbestattung dieses Hügels zwei Eisenarmreife und Fragmente von Golddrahtohrringen auf. Leichenbrand befand sich in drei der sechs Kegelhalsgefäße sowie in einem zusätzlichen organischen Behälter, sodass man davon ausgehen kann, dass in der Zentralbestattung von Grabhügel ‚M’ zumindest vier Menschen, darunter eine Frau und ein Kind, beigesetzt worden waren.
Was die zeitliche Einordnung der Hügelgräbergruppe ‚Hofwald’ bei Gniebing betrifft, so lässt sich diese – auch den (z.T. nur mehr sehr fragmentarischen) Funden aus den übrigen Grabhügeln (bzw. den ‚Altfunden’) nach zu schließen – ins letzte Drittel des 8. Jahrhunderts v. Chr., also an den Beginn der Hallstattkultur, datieren.
Soweit heute noch feststellbar, besaß keiner der Hügel einen Grabeinbau aus Stein oder Holz, da der feste anstehende Lehm die Anlage einer kammerartigen Grabgrube ohne stützende Konstruktionen für die Wände ermöglichte.
Ausgestellt und dokumentiert ist das reiche Grabinventar der Zentralbestattung von Hügel ‚M’ des hallstattzeitlichen Hügelgräberfeldes im Gniebinger Hofwald heute im ‚Erlebnismuseum’ im Feldbacher Tabor.


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