Steirisches Vulkanland - Archäologie

Philosophie Einleitung alle Museen/Lapidarien/Fundplaetze Archaeologie aktuell Wir über uns Links

alle Museen/Lapidarien/
Fundplaetze
  08 Feldbach‚ Museum im Tabor
(Stadt- und Katastralgemeinde Feldbach)
     

Öffnungszeiten:
Vom 2. Mai
bis 31. Oktober,
Mo 14 –17,
Di – Fr 9 –11
und 14 – 17 Uhr,
Sa 9 – 12 Uhr.

Kontakt, Anfragen:

+43 (0) 3152/5856;
+43 (0) 3152/3079 bzw.
+43 (0) 3152/2202-26 (Gemeinde) www.feldbach-stadt.at

Anfahrt:

Von Graz über die A2 (Südautobahn) in Richtung Wien bis zur Ausfahrt Gleisdorf-Süd, dann auf der B 68 dem Raabtal in südöstlicher Richtung gut 20 km folgend (über St. Margarethen und Kirchberg) nach Feldbach. Das Tabor-Museum befindet sich in der Franz-Josef-Straße Nr. 3 bei der Pfarrkirche St. Leonhard.

GPS-Koordinaten:
N 46.955250 –
E 15.887800

So finden Sie
das Museum

Entstanden ist die um die Pfarrkirche St. Leonhard herum errichtete Fluchtburg der Feldbacher Bevölkerung im Jahre 1469, und zwar nach einem Überfall des Andreas Baumkircher, des streitbaren Gegners Kaiser Friedrichs III. Eine große Bewährungsprobe hatte sie dann 1605, beim Herbsteinfall der Haiducken zu bestehen, als die Bewohner des Marktfleckens in ihre schützenden Mauern flüchteten. Die Festung entlang der Schutzmauer um die Kirche, in die sich die Bevölkerung bei drohender Gefahr samt ihren Habseligkeiten und dem Vieh zurückziehen konnte, besteht – den Gebäuden am Marktplatz entsprechend – aus einer Reihe kleiner dicht geschlossener Häuser. Insgesamt sind es 19 eng aneinandergereihte Häuschen mit gewölbten Kellern und Ställen sowie darüber liegenden Wohn- und Speicherräumen (insgesamt 35) bzw. Wehrgängen. In diesem Labyrinth hat sich das ‚Erlebnismuseum im Feldbacher Tabor’ eingerichtet, das seinerseits wiederum aus über einem Dutzend, oft nur aus einem einzigen Raum bestehenden Kleinst-Museen besteht: Vom ersten steirischen Fischereimuseum, über eine volkskundliche Sammlung, einem Museum über die Freiwillige Feuerwehr und einem über die Firmengeschichte der Maschinenfabrik Krobath bis hin zum ersten österreichischen Schneiderei-Museum reicht der Bogen der treppauf, treppab zu erwandernden und sich in bunter Unregelmäßigkeit an- bzw. übereinander reihenden Ausstellungsräume.
Aus archäologischer Sicht von besonderem Interesse ist dabei der der Jungsteinzeit und der Frühgeschichte der Landwirtschaft gewidmete Raum 08 im Obergeschoß: Er zeigt eine Teil-Rekonstruktion eines neolithischen Hauses (in Form eines Pfostenbaus mit Wänden aus mit Lehm abgedichtetem Flechtwerk, Strohdach und Stampflehmboden), das Modell eines Webstuhls sowie Webstuhlgewichte und Spinnwirtel aus Tieschen. Eine Reibplatte mit kugelförmigen Reibsteinen (zum ‚Mahlen’ des Getreides), Steinbeile aus der Feldbacher Gegend, Steinklingen und Keramikgefäße (Krug mit Bandhenkeln, Schüssel, Henkeltasse etc.) ergänzen die Ausstellung zu den Lebensumständen von der Jungstein- bis in die Urnenfelderzeit.
Von der Hallstatt- bis zur Römerzeit reicht die Fundpräsentation und Dokumentation in Raum 08 samt Nebenraum sowie im Untergeschoß: Hier wird das reiche (und vor allem noch ungestörte!) Grabinventar eines im Gniebinger Hofwald geborgenen Hügelgrabes (Zentralbestattung des Hügels ‚M’) präsentiert, das aus der frühen Hallstattzeit (letztes Drittel des 8. Jahrhunderts v. Chr.) stammt: Neben seiner reichen Keramikausstattung mit insgesamt nicht weniger als sechs Kegelhalsgefäßen, je zwei Tassen, Schalen und Schüsseln, sowie eine weitere Schale auf vier menschlichen Füßchen enthielt es allerdings nur wenig Metallfunde (zwei Eisenarmreife und Fragmente von Golddrahtohrringen). Bestattet waren in der zentralen Grabgrube zumindest vier Menschen, darunter eine Frau und ein Kind. Funde vom nahen Saazkogel (aus der Hallstatt- bis Römerzeit, u. a. Fibeln, Spinnwirtel, Münzen, Keramik, Glasfragment einer Rippenschale) bzw. Objekte aus den (spät)urnenfelderzeitlichen Höhensiedlungen auf der Riegersburg und am Steinberg bei Mühlbach verfolgständigen schließlich noch die archäologische Sammlung im Feldbacher Tabor-Museum und machen neugierig auf einen Besuch der entsprechenden Fundstellen.


zurück          nach oben scrollen


Gestaltung: Manfred Fassold, Heinz Kranzelbinder
webdesign www.fassold.com

Disclaimer