Steirisches Vulkanland - Archäologie

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  42. ‚Römerzeitliches Museum Ratschendorf‘
(Ortsgemeinde Deutsch Goritz, Katastralgemeinde Ratschendorf)
     

Öffnungszeiten/
Kontakt:

Von Palmsonntag bis Allerheiligen, Mi – Mo, 10 – 18. Der Schlüssel zum Museum befindet sich im gegenüberliegenden Gasthaus Fasching ‚Zum Hoferwirt’.

Kontakt, Anfragen:

Heinz Kranzelbinder,
+43 (0) 699 19001182,
hkranzelbinder@gmx.at

Anfahrt:

Auf der A9 von Graz in Richtung Slowenien bis zur Ausfahrt Vogau/Straß. Dort weiter in östlicher Richtung (Richtung Bad Radkersburg) über St. Veit am Vogau und Eichfeld (auf der L 208) bis Gosdorf, von wo aus man nach weiteren gut 2 km in nordöstlicher Richtung (auf der L 206, Stradenerstraße) Ratschendorf erreicht. Das Museum befindet sich im Ortzentrum, linkerhand an der Einmündung der Helfbrunnstraße in die L 206 (Stradenerstraße), gegenüber dem Gasthaus Fasching ‚Zum Hoferwirt‘ bzw. der von hier nach Südosten, in Richtung ‚Hügelstaudach‘ (vgl. hier Nr. 41) abzweigenden Diepersdorferstraße.

GPS-Koordinaten:
N 46.743202° –
E 15.816770°

So finden Sie
das Römerzeitliche Museum Ratschendorf

Ratschendorf-Hügelgräberfeld

Das im ehemaligen Kühlhaus des Dorfes von der Kulturinitiative Ratschendorf eingerichtete ‚Römerzeitliche Museum Ratschendorf‘ beeindruckt allein schon durch seine (mit zwei Architekturpreisen ausgezeichnete) äußerst gelungene Gestaltung (mit einem großen, bis zum Dachstuhl hin offenen Ausstellungsraum).
 
Das Zentrum des im Jahre 1990 eröffneten Museums nimmt ein in Originalgröße rekonstruierter Grabhügel (Tumulus Nr. 15) aus dem nahegelegenen Gräberfeld ‚Hügelstaudach’ (vgl. hier Nr. 43) ein. Er ermöglicht einen Einblick in die in seinem Inneren angelegten insgesamt fünf Bestattungen, wobei hier wohl eine einheimische Familie in einem Zeitraum von ca. 100 Jahren (im Laufe des 1. – 2. Jahrhunderts n. Chr.) ihre verstorbenen Mitglieder beigesetzt hatte. Drei Brandschüttungsgräber sowie je ein Brandgrubengrab und eine Brandschüttung in einer Holzkiste sind mit den typischen Grabbeigaben in Form von ‚Speiseservicen’ ausgestattet.
 
Die Originale der in der Grabhügelrekonstruktion als Repliken postierten Gefäße – wie (Dreifuß-)Schalen, Töpfe und Becher – sind in der Doppelvitrine an der nördlichen Schmalwand zu begutachten. Aufgestellt ist dort auch eine römische Hand(dreh-)mühle zum Mahlen von Getreide (mit Läufer- und Bodenstein). Auf Schautafeln sind interessante Informationen zur antiken Landwirtschaft, zur Verbreitung norisch-pannonischer Hügelgräber oder zur antiken Tracht zu erfahren (letzteres Thema veranschaulicht auch durch den Abguss eines Familiengrabsteins aus Feldkirchen bei Graz). Zusammen mit weiteren, zum Großteil bei den Grabungen der Jahre 1987/88 im ‚Hügelstaudach’ geborgenen Funden, vermitteln sie ein anschauliches Bild vom Leben der einheimischen (keltischen) Bevölkerung in römischer Zeit. Recht aufschlussreich sind auch die Informationen zu archäologischen ‚Hilfswissenschaften’, wie Anthropologie und Dendrochronologie.
 
Zu den besonders sehenswerten Funden des Museums zählen zudem eine spätneolithische Rundnackenaxt aus dunkelgrünem Serpentinit aus dem 4./3. Jahrtausend v. Chr., deren Fundumstände allerdings ungeklärt sind, sowie zwei gläserne Trinkbecher (wohl Importstücke aus Italien), einer mit gerippter Wandung, einer mit Glasfadenauflage, die bei einer Notgrabung 1990 im Acker nahe des ‚Hügelstaudachs’ geborgen wurden. Und, last but not least, eine zart hellgrün schimmernde Glasschüssel aus der Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr., die zu einer der fünf Bestattungen im Inneren jenes Grabhügels (Nr. 15) gehörte, dessen Rekonstruktion nun im Museum zu bewundern ist.

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Gestaltung: Manfred Fassold, Heinz Kranzelbinder
webdesign www.fassold.com

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