Steirisches Vulkanland - Archäologie

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  46. ‚Türkenschanze’ (‚Redoute‘) bei Dedenitz
     

Öffnungszeiten/
Kontakt:

Die ‚Türkenschanze‘ (‚Redoute‘) bei Dedenitz kann ganzjährig besichtigt werden.

Anfahrt:
Auf der A9 von Graz in Richtung Slowenien bis zur Ausfahrt Vogau/Straß und weiter in östlicher Richtung zuerst auf der L 208 bis Gosdorf und dann auf der B 69 bis Bad Radkersburg. Von dort weiter in östlicher Richtung nach Sicheldorf, wo man gleich am Ortsanfang nach links (auf die L 240, Dedenitzerstraße) zum Dorf Dedenitz abbiegt. Dort am rechterhand gelegenen Teich und am ‚Dorfhaus Dedenitz‘ vorbei, bei Haus Nr. 28 rechts (in den ‚Trawnikeweg‘) abbiegend und sich gleich darauf (bei Haus Nr. 30) noch einmal nach rechts wendend, gelangt man auf einem Feldweg nach ca. 600 m zu der im Wald gelegenen wallartigen Schanze (direkt davor kleine Tafel: ‚Geschützter Landschaftsteil’). Nur wenige Schritte (ca. 50 m) weiter östlich der Schanze fließt die hier die Staatsgrenze nach Slowenien bildende Kutschenitza.


GPS-Koordinaten:
N 46.692495° –
E 16.037412°

So finden Sie
die 'Türkenschanze'

Nordöstlich von Dedenitz, knapp vor der Staatsgrenze nach Slowenien, liegt in einem kleinen Wäldchen die insgesamt noch recht gut erhaltene Wehranlage (‚Redoute‘), die auch unter dem slowenischen Namen ‚Želarski dale’ (‚Keuschler-Ried’) bekannt ist. Errichtet wurde sie in den Jahren um 1707, also zu einer Zeit, als die Oststeiermark vor allem unter den sog. Kuruzzen-Überfällen (von Bauern und Kleinadeligen im Königreich Ungarn ausgehenden Aufständen gegen die Habsburger-Herrschaft) zu leiden hatte.
 
Die Anlage misst etwa 25 Meter im Geviert, wobei die Grabensohle knapp einen Meter unter dem Gehniveau liegt, während die Schanze selbst, von der Grabensohle aus gemessen, noch eine Höhe von gut eineinhalb bis über zwei Metern erreicht. Der rings um das Plateau laufende Wall ist – auch wenn bereits vielfach zerstört – noch recht gut erkennbar.
 
Der einst zur Schanze gehörige, zickzackförmig verlaufende und durch die Regulierung der Kutschenitza unterbrochene Laufgraben verliert sich weiter gegen Norden im dichten Unterholz und Staudenwildwuchs. (Lange nachdem die Befestigungsanlage ihre fortifikatorische Funktion bereits verloren hatte, fanden in der Schanze noch von beiden Seiten der Grenze aus beschickte Pferdemärkte statt, weshalb der hier vorbeiführende Weg in der Bevölkerung auch ‚Kavallerieweg’ hieß).
 
Drei weitere Schanzen zur Abwehr der ‚Kuruzzengefahr‘ konnte Kurt Kojalek Mitte der 1980er Jahre im Augebiet südöstlich von Bad Radkersburg lokalisieren und mit entsprechenden Einträgen in der sog. Josephinischen Karte von 1785 in Zusammenhang bringen. (In dieser ersten umfassenden Landesaufnahme in der Habsburgermonarchie ist die Dedenitzer Schanze erstaunlicherweise nicht verzeichnet.) Alle diese Wehranlagen lagen an Fahrwegen in Richtung ungarischer, heute slowenischer Grenze, in der Nähe von Brücken über die Kutschenitza bzw. einen Altarm der Mur, wobei sich allerdings nur mehr eine dieser Schanzen (außer der Dedenitzer) einigermaßen gut sichtbar erhalten hat: Und zwar die in Laafeld, südlich von Sicheldorf, unmittelbar westlich der Lahn, in der Flur ‚Graben Wiesen’ gelegene Wehranlage. Mit ca. 25 Metern im Geviert und einer Höhe von gut zwei Metern weist sie ungefähr dieselben Ausmaße und eine ähnliche Gestalt wie die Dedenitzer Schanze auf. Durch widrige Bodenverhältnisse und ständiges Überschwemmungsgeschehen ist diese heute im dichten Auwald gelegene Anlage aber bereits stark beeinträchtigt und wegen des Pflanzen-Wildwuchses bzw. sumpfigen Geländes kaum mehr zugänglich (eine Besichtigung deshalb äußerst mühsam und auch nicht wirklich lohnend).



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