Steirisches Vulkanland - Archäologie

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  37. Hügelgräberfeld ‚Ochsenhalt’ im Neutersdorfer Wald
(Marktgemeinde St. Veit in der Südsteiermark,
Katastralgemeinden Neutersdorf und Labuttendorf)
     

Öffnungszeiten/
Kontakt:
Das Hügelgräberfeld ‚Ochsenhalt’ im Neutersdorfer Wald kann ganzjährig besichtigt werden.

Anfahrt:
Auf der A9 (Pyhrnautobahn) von Graz in Richtung Slowenien bis zur Ausfahrt Vogau/Straß, in Richtung Bad Radkersburg. Dann in nordöstlicher Richtung auf der L 208a, vorbei an (dem rechterhand gelegenen) St. Veit am Vogau, ca. 2 km bis zum Kreisverkehr, wo man die L 208 erreicht (erste Ausfahrt rechts, Richtung Bad Radkersburg). Nach ca. 1 km folgt man der Abzweigung links, der Neutersdorferstraße, bis man nach knapp 2 km in nordöstlicher Richtung Neutersdorf erreicht. Nun nach Nordwesten, Richtung Labuttendorf, wo nach weiteren ca. 1,5 km im Wald zu beiden Seiten der Straße das Hügelgräberfeld liegt. (Fährt man von Labuttendorf Richtung Neutersdorf, so nimmt man den – ab der Gemeindegrenze in die Neutersdorferstraße übergehenden – ,Wiesenweg‘ bis zu dem zwischen beiden Orten gelegenen Waldstück.)


GPS-Koordinaten:
N 46.778445° –
E 15.646185°

So finden Sie
das Hügelgräberfeld

Das zu beiden Seiten der Straße von Neutersdorf nach Labuttendorf im flachen Gelände des Neutersdorfer Waldes gelegene Hügelgräberfeld ‚Ochsenhalt‘ ist in der wissenschaftlichen Literatur bereits seit 1861 bekannt und steht seit 1988 auch unter Denkmalschutz.
Mit über 90 noch im Gelände auszumachenden Grabhügeln zählt das Gräberfeld zu den größten seiner Art in der Steiermark. Die Tumuli, die teilweise alt angegraben, sonst aber noch recht gut erhalten sind, erreichen Höhen von bis zu zwei Metern bei Durchmessern bis zu 20 Metern. (In dem von der Neutersdorferstraße durchschnittenen mittleren Bereich ist das Hügelgräberfeld sehr schmal und langgestreckt, die Tumuli auch nicht besonders groß und z. T. von dichtem Bewuchs bedeckt, weshalb sie hier auch nicht so leicht auszumachen sind.)
 
Im Vergleich zu anderen Hügelgräberfeldern der Region weist das Gräberfeld eine eher ungewöhnliche, weil schmale und äußerst langgestreckte Form auf: Nördlich der Neutersdorferstraße zieht es in leicht gebogenem Verlauf ca. 200 Meter Richtung Nordwesten, während es sich südlich der Straße, in relativ gerader Linie, etwa 300 Meter Richtung Südsüdwesten erstreckt. Nach einem in dichtem Jungwald gelegenen Abschnitt verbreitert sich das Gräberfeld im Süden, zu beiden Seiten eines tiefen Grabens, merklich. In diesem südlichsten Bereich, der von einem halbkreisförmigen Bachlauf begrenzt wird, ist eine deutliche Konzentration der meisten und größten Tumuli anzutreffen. (Entlang des Grabens verläuft übrigens auch die Gemeindegrenze zwischen Neutersdorf und Labuttendorf, weshalb das Gräberfeld auch in beiden Katastralgemeinden liegt; die Aufteilung ist insofern aber ‚gerecht‘, als Labuttendorf zwar die größere Anzahl an Tumuli besitzt, in Neutersdorf sich jedoch die imposanteren Grabhügel befinden.)
Ob die ungewöhnlich langgestreckte Form des Gräberfeldes vielleicht einem (antiken) Straßenverlauf folgt, der von einer (anzunehmenden) nahegelegenen vicus-artigen Siedlung in Richtung Flavia Solva führte, lässt sich, mangels entsprechender archäologischer Nachweise, freilich nur vermuten.
Zeitlich würde nichts dagegensprechen, denn nach Nachweis einer aus einem angegrabenen Hügel geborgenen Münze – ein Sesterz aus der Zeit des Kaisers Hadrian (er regierte von 117 – 138 n. Chr.) – haben wir es hier mit einem norisch-pannonischen Hügelgräberfeld aus der römischen Kaiserzeit zu tun, das, sowohl seines Umfangs, als auch seiner ungewöhnlichen Form wegen, besondere Beachtung verdient.


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