Steirisches Vulkanland - Archäologie

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  15. Burgruine Alt-Gleichenberg
(Ortsgemeinde Bad Gleichenberg, Katastralgemeinde Gleichenberg Dorf)
     

Öffnungszeiten/Kontakt:
Die Burgruine Alt-Gleichenberg kann ganzjährig besichtigt werden.

Anfahrt:
Auf der A2 von Graz in Richtung Wien bis zur Ausfahrt Gleisdorf-Süd. Weiter dem Raabtal zuerst in südöstlicher Richtung folgend bis Feldbach und dann nach Süden auf der B 66 bis Gleichenberg Dorf. Kurz vor dem linkerhand an der Bundesstraße gelegenen ‚Modehaus/Brautsalon Hufnagl’ wendet man sich beim ‚Hermann-Kreuz’ nach Osten (zwischen Hof und Wirtschaftsgebäude des Anwesens Grazer Straße Nr. 90 hindurch, Durchgang auf Anfrage bislang gestattet). Jenseits des Zauns (mit raffiniertem Hebe-Verschluss!) und über eine kleine Brücke erreicht man im relativ steil ansteigenden Waldgelände nach ca. 400 m in nordöstlicher Richtung bei einer Holzhütte die Burgstelle.


GPS-Koordinaten:
N 46.890149° –
E 15.899525°

So finden Sie
die Burgruine

Die Reste der Burg Alt-Gleichenberg im Wald nördlich oberhalb von Gleichenberg Dorf liegen auf einem Nord-Süd orientierten Rücken des Gleichenberger Kogels, der hier nach Westen, in Richtung Klausenbach-Schlucht, steil abfällt. Gegenüber, jenseits der Schlucht (durch die, neben dem Klausenbach, auch die B 66 verläuft), erhebt sich, auf etwas niedrigerer Höhe, das seit 1945 leider ebenfalls nur mehr als Ruine erhaltene Schloss Neu-Gleichenberg (vgl. hier Nr. 16). Während der Felsrücken mit der Ruine Alt-Gleichenberg nach Süden und Westen von steil abfallendem Gelände bzw. im Osten von einem kleinen Seitengraben natürlich geschützt wird, musste er im Norden durch zwei künstlich in den Fels gehauene Abschnittsgräben gesichert werden. Sie schließen eine kleine Vorburg ein, von der aber nur mehr wenige Mauerreste zu sehen sind.
 
Auch von der südlich an die Vorburg anschließenden Hauptburg haben sich nur mehr sehr geringe Reste erhalten: So die an den Außenseiten verschütteten Mauern eines Torbaus, die innen noch bis zu einer Höhe von ca. zwei Metern aufrecht stehen. Gut zu erkennen ist hier auch das quadratische Loch für den Torbalken. Die Mauertechnik aus Basaltquadern weist noch in das 12. Jahrhundert, wobei wohl sämtliche Mauerreste der wahrscheinlich in einem Zug errichteten Burg aus dieser Zeit stammen. Die überall anzutreffenden Teile umgestürzten Mauerwerks lassen darauf schließen, dass die Burg ein gewaltsames Ende fand. Über der Ringmauer, die vermutlich die gesamte Anlage umgab, erhob sich im Süden ein rechteckiger Bergfried. Seine Fundamente, die sich nur mehr in wenigen Steinlagen auf einer steil abfallenden Felsnase erhalten haben, tragen heute eine kleine Holzhütte.
 
Errichten ließen die Burg die Herren von Wildon-Riegersburg im 12. Jahrhundert, wobei durch (unautorisierte) ‚Grabungen‘ zu Tage getretene frühmittelalterliche Keramikfunde des 8./9. Jahrhunderts auf eine noch ältere Besiedlung hinweisen. 1185 wird ein ‚Herman de Glichenberch‘ als Burggraf genannt, 1269 muss Herrand von Wildon infolge der missglückten Adelsverschwörung gegen König Ottokar II. Přemysl auch seine Burg Gleichenberg an Ottokar abtreten, der sie völlig zerstören lässt. 1276 erhalten die Wildoner die Burgstelle wieder zurück, versetzen sie aber bald darauf an die Wallseer, die um 1300 mit dem Neubau einer Burganlage beginnen – diesmal jedoch auf geräumigerem Areal auf der gegenüberliegenden Seite der Klausenschlucht: Burg (bzw. Schloss) Neu-Gleichenberg (vgl. hier
Nr. 16
).


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