Steirisches Vulkanland - Archäologie

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  16. Schlossruine Neu-Gleichenberg bzw. römische Grabstele im zugehörigen Meierhof
(Ortsgemeinde Bad Gleichenberg,
Katastralgemeinde Gleichenberg Dorf)
     

Öffnungszeiten/
Kontakt:

Der Besuch der Schlossruine Neu-Gleichenberg ist wegen Einsturzgefahr nicht mehr möglich. Die Ruine ist aber aus der Ferne gut sichtbar. Die Besichtigung des römischen Grabsteines im Meierhof ist bis auf weiteres nicht möglich.

Anfahrt:
Auf der A2 von Graz in Richtung Wien bis zur Ausfahrt Gleisdorf-Süd. Weiter dem Raabtal zuerst in südöstlicher Richtung folgend bis Feldbach und dann nach Süden auf der B 66 bis Gleichenberg Dorf. Beim Friedhof rechts abbiegen (Hinweisschild ‚Styrassic Park’) und gleich noch einmal rechterhand, beim Pestkreuz vorbei, die Schlossstraße bergan bis zum Waldrand. Dort rechterhand zuerst dem Waldweg ca. 100 m folgend, dann geradeaus nach oben, gelangt man zu der im dichten Wald gelegenen Schlossruine (schlecht zugänglich).


GPS-Koordinaten:
N 46.892384° –
E 15.893709° (Schlossruine)
bzw.
N 46.893982° –
E 15.891915° (Meierhof mit Grabstele)

So finden Sie
die Schlossruine bzw. die römische Grabstele

Anstelle der von König Ottokar II. zerstörten Burg Alt-Gleichenberg (vgl. hier Nr. 15) errichtete die Familie Wallsee im frühen 14. Jahrhundert eine neue, nun ‚Neu-Gleichenberg’ genannte Burg. Als neuen Standort wählte man den höchsten Punkt des gegenüber gelegenen Höhenzugs westlich der Klausenschlucht – wohl auch wegen des dort mehr Entfaltungsmöglichkeiten bietenden größeren Areals. Die neue Wehranlage war mit einer mächtigen, den Zugang im Nordwesten beherrschenden, mehrgeschossigen und bis zu fünf Meter dicken Schildmauer ausgestattet. Unter ihren neuen Besitzern, der Familie Trautmannsdorf (ab 1581), erfuhr die Burg einen großzügigen Umbau zu einem zeitgemäßen, mit vier Flügeln um einen dreigeschossigen Arkadenhof ausgestatteten Wohnschloss.
Im 17. Jahrhundert noch zusätzlich mit mächtigen Basteien ausgestattet und Mitte des 19. Jahrhunderts umfangreich restauriert, liegt diese zu Beginn des vorigen Jahrhunderts noch wohlerhaltene Schlossanlage heute leider in Ruinen. Zu ‚verdanken‘ ist dies den Kriegsereignissen des Jahres 1945 bzw. einer erst 1983 erfolgten Brandlegung, sodass die (mittlerweile von undurchdringlichem Dickicht überwucherte) Anlage wegen akuter Einsturzgefahr auch nicht mehr zugänglich ist.
 
Zwar sehr schön restauriert, aber leider ebenfalls nicht öffentlich zugänglich und deshalb nur von außen zu bewundern, ist der nordwestlich der Schlossruine gelegene herrschaftliche Meierhof. In seinem Inneren birgt er einen interessanten ‚Römerstein’ in Form einer noch knapp einen Meter hohen, oben abgebrochenen Grabstele, die im Sockelbild eine elegante, nach oben hin offene Mondsichel zeigt. Wie die eher grobe und nicht besonders kunstvoll ausgeführte Inschrift verrät, wurde dieser Grabstein für einen ‚Sohn des Cribuio’, ‚CRIBVIONIS F(ILIVS’), errichtet, der im Alter von 60 Jahren ‚AN(NORVM) LX‘ starb. In der dritten Zeile ist die geläufige Formel ‚H S E‘ für ‚HIC SITVS EST‘, also ‚Hier liegt (begraben)‘ zu lesen.
Anscheinend erst nachträglich hinzugefügt wurde (ab der vierten Zeile) der Name einer gewissen ‚BLENDO’ (oder ‚BINEDO‘?, die Buchstaben sind hier nur mehr schwer zu entziffern). Sie war, wie die (ab hier wieder besser leserliche) Inschrift weiter verrät, die Gattin (‚CONIUX‘) des Bestatteten und verstarb in dem für damalige Zeiten gewiss außerordentlich hohen, ‚biblischen’ Alter von 80 Jahren: AN(NORVM) LXXX.


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